Was bedeutet Nichtraucherschutz?

Rauchverbot

Um Nichtraucher vor den Gefahren des Tabakrauches, der beim Abbrennen von z.B. Zigaretten entsteht zu schützen, werden Maßnahmen des Nichtraucherschutzes ergriffen. Während Raucher aktiv an einer Zigarette ziehen und über den Zeitpunkt, wann und wie oft sie sich eine Zigerette anzünden selbst entscheiden, bleibt dritten Personen im Umfeld diese Entscheidung ob sie den Rauch einatmen wollen leider verwehrt. Wenn man mal von der Möglichkeiten absieht, den Verursacher/die Verursacherin entweder aktiv (möglichst friedlich) am Rauchen zu hindern oder genügend Sicherheitsabstand - sprich Frischluft - zwischen sich und die Zigarette zu bringen. Für den an öffentlichen Plätzen, Büros, Verkehrsmitteln und der Gastronomie häufigen Fall ist man dem Qualm der Nachbarn aber mehr oder weniger Schutzlos ausgeliefert. Man spricht bei dieser Art des Einatmens auch von Passivrauchen.

Raucher entscheiden sich bewusst für die Inhalation des Stoff-Cocktails der Zigaretten und nehmen dabei in Kauf, daß Ihre Lunge mit Rauchpartikeln und Rückständen belastet wird. Die Weltgesundheitsorganisation stuft den Tabakrauch in diesem Zusammenhang als krebserregend oder möglicherweise krebserregend ein. Beim Passivrauchen atmet man nun zum einen den ausgeatmeten Rauch der Raucher wieder ein und zum anderen den Rauch, der beim Abbrennen des Tabaks zwischen zwei Zügen entsteht. Dieser kann aufgrund der niedrigeren Verbrennungstemperatur (weniger Sauerstoff zufuhr) sogar noch giftigere Verbrennungsprodukte enthalten. Die Weltgesundheitsorganisation geht von einem durch Passivrauchen erhöhtem Risiko für Lungenkrebs und Herzkrankheiten aus. Um Nichtraucher, aber auch Raucher vor den Gefahren des Tabak-Qualms zu schützen wurden in vielen Ländern weltweit Regelungen zum Nichtraucherschutz erlassen.

Nichtraucherschutzmaßnahmen finden sich in vielen Staaten in den Bereichen:

Öffentliche Gebäude, als Hausherr erläßt der Staat in seinen Gebäuden und Büros ein Rauchverbot. Derartige Regelungen finden sich in vielen Ländern

Öffentlicher Nahverkehr, hier sind Menschen zwangsweise auf engen, oft geschlossenem Raum in Wagons, Abteilen oder Kabinen. Deshalb gilt für Züge, S-Bahnen, U-Bahnen, Busse und Taxis oft "hier darf nicht gequalmt werden".

Arbeitsplätze, hier verbringen die Menschen im allgemeinen viel Zeit, oft in geschlossenen Räumen. Außerdem besteht im Allgemeinen kein Wahlrecht sich im Rahmen der Ausübung seiner Tätigkeit das Büro zu verlassen, um möglichem Zigaretten Rauch zu entgehen. Deshalb werden in vielen Staaten im Rahmen des Arbeitschutzes Maßnahmen zum Schutz der Arbeitnehmer getroffen. In Deutschland ist das z.B. in der Arbeitsstättenverordnung § 5 geregelt. Der Arbeitgeber hat die „erforderlichen Maßnahmen zu treffen, damit die nicht rauchenden Beschäftigten in Arbeitsstätten wirksam vor den Gesundheitsgefahren durch Tabakrauch geschützt sind.“
Zum Spezialthema Nichtrauchschutz am Arbeitsplatz.

Gastronomie, ist ein Sonderfall und in vielen Ländern oft der Ort, an dem es über ein Rauchverbot die meisten Diskussionen gibt. Während an normalen Büroarbeitsplätze der Nichtraucherschutz gut machbar und meist akzeptiert wird, kommt es bei den Arbeitsplätzen von KellnerInnen zu stärkeren Diskussionen. Hier liegt der Arbeitsplatz des Einen im Freizeitbereich des Anderen. Ein Nichtraucherschutz schütz zwar die Arbeitnehmer in der Gastronomie, bremst nach Ansicht der rauch-willigen Personen aber den Spaß der Raucher-Gäste. Dahingegen steht das Argument, daß neben den Interessen der Raucher und dem Nichtraucherschutz des Personals auch die Gesundheit der anderen Passivrauchenden Gäste geschützt werden muss. Wie die Diskussion in den einzelnen Ländern weltweit ausgegangen ist, bzw. derzeit geführt wird finden Sie hier.